Die Werkstatt der Erinnerung, die Bibliothek und

das Archiv bleiben vorübergehend geschlossen.

 

 

30 Jahre Werkstatt der Erinnerung

1990 - 2020

FZH/WdE 234, FotografIn: unbekannt, o.O., o.D. [Moorburg? Späte 1920er Jahr?]
(Abb. FZH/WdE 234, Foto: unbekannt, o.O., o.D. [Moorburg? Späte 1920er Jahre?])

Wir feiern 2020 das dreißigjährige Bestehen der Werkstatt der Erinnerung mit zahlreichen Veranstaltungen, über die Sie sich auf dieser Seite informieren können und zu denen wir Sie herzlich einladen.

 

Vitrinen-Ausstellung

In unserem Bibliothektstrakt sind zurzeit in in einer Vitrinen-Ausstellung Aspekte der Arbeit der Werkstatt der Erinnerung zu sehen. Wir zeigen u.a. die für die Oral History notwendige, in den letzten 30 Jahren stark veränderte Technik und zahlreiche Publikationen, in denen Interviews aus der Werkstatt der Erinnerung ausgewertet oder verwendet wurden.

Deutschlandfunk: "Lernen von Zeitzeugen - 30 Jahre Werkstatt der Erinnerung"

Der Beitrag wurde am 5. März 2020 in "Aus Kultur- und Sozialwissenschaften" im Deutschlandfunk ausgestrahlt und kann in der Audiothek des Senders weiterhin abgerufen werden.

Vortragsreihe

Erinnern, Erzählen, Geschichte schreiben. Oral History im 21. Jahrhundert

Die Vortragsreihe findet aufgrund der aktuellen Situation nicht im Sommersemester statt, sondern wird auf das Wintersemester 2020/21 verschoben. Wir informieren Sie rechtzeitig über die neuen Termine.

Seit 1990 werden in der Werkstatt der Erinnerung Interviews mit Frauen und Männern aus dem norddeutschen Raum gesammelt, archiviert und für die wissenschaftliche Nutzung zur Verfügung gestellt. Dazu gehören lebensgeschichtliche Interviews mit NS-Verfolgten, die zu den wertvollsten mündlichen Quellen der Sammlung gehören und intensiv nachgefragt werden.
In den letzten 30 Jahren hat sich der Umgang mit Interviews in der Geschichtswissenschaft verändert. Sie gelten heute als bedeutende Quellen für eine Erfahrungsgeschichte, die sich dafür interessiert, wie Menschen sich ihre Geschichte erklären. Mit der Vortragsreihe möchten wir diesen Wandel der Oral History diskutieren und ältere und jüngere Interviewsammlungen vorstellen, die sich mit der DDR-Geschichte, der Alltagsgeschichte und den Erinnerungen von Tätern und Profiteuren des Nationalsozialismus beschäftigen.

Zurückliegende Veranstaltungen

Netzwerk Oral History

Netzwerktreffen in der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg
27. und 28. Februar 2020
Veranstalter: Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Archiv der Sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Das seit 2014 regelmäßig tagende Netzwerk Oral History trifft sich im Februar 2020 in Hamburg und ist bei der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg zu Gast. Aus Anlass des 30-jährigen Jubiläums der Werkstatt der Erinnerung, des Interviewarchivs der Forschungsstelle für Zeitgeschichte.

Dies soll zum Anlass genommen werden, einen großen Bogen von der Vergangenheit über die Gegenwart bis zur Zukunft der Oral History zu schlagen. Die Beiträge widmen sich daher der Geschichte der Oral History und ihren politisch-demokratischen sowie wissenschaftlichen Ansprüchen. Fragen nach dem politischen Ursprung der Oral History, der Relevanz ihres Anspruchs, Interviewte zur Beschäftigung mit der eigenen Geschichte zu befähigen und damit Geschichte zu demokratisieren und die Relevanz dieser Ansprüche für Oral History heute, werden im Vordergrund mehrere Beiträge stehen. Es soll aber auch der Versuch gemacht werden, eine Bestandsaufnahme über Bedeutung der mit mündlichen Quellen in unterschiedlichen wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Bereichen zu machen. Und nicht zuletzt wird es um die (digitale) Zukunft der Oral History gehen. Ein Round-Table-Gespräch wird gegenwärtige Tendenzen einer Oral History als Auftragsforschung diskutieren, die Vorstellung eines Dissertationsvorhabens kommt hinzu. Auch diesmal wird der Diskussion und dem Austausch viel Zeit eingeräumt. Damit sollen nicht zuletzt persönliche und institutionelle Vernetzungen ermöglicht und verstärkt werden.

Besonders hinweisen möchten wir auf den öffentlichen Teil des Netzwerktreffens, der am 27. Februar 2020 um 18.30 Uhr im Lesesaal der Forschungsstelle für Zeitgeschichte stattfinden wird. Dorothee Wierling und Alexander von Plato werden sich mit Linde Apel über ihre langjährigen Erfahrungen mit Interviewprojekten in verschiedenen deutschen Gesellschaften und über die Zukunftsperspektiven der Oral History unterhalten.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Mit der Teilnahme am Workshop ist die grundsätzliche Bereitschaft zur Mitarbeit im Netzwerk verbunden. Interessierte wenden sich bitte an Stefan Müller (Stefan.Mueller@fes.de), Nachfragen beantwortet auch Linde Apel (apel@zeitgeschichte-hamburg.de).

Programm

Donnerstag, 27.2.
Ab 13 Uhr Anreise, Kaffee/Tee, Führungen durch die Werkstatt der Erinnerung
14 Uhr Linde Apel (Hamburg), Stefan Müller (Bonn): Begrüßung, Einführung, Vorstellung der Teilnehmenden
15:30 Uhr Linde Apel (Hamburg): Zur Werkstatt der Erinnerung. Geschichte von unten oder Geschichte von oben?
16:30 Uhr Nicole Immler (Utrecht), Eva Kovacs (Wien): Zum politischen Anspruch der Oral History
17 – 18 Uhr Pause

18.30 Uhr Dorothee Wierling (Berlin) und Alexander von Plato (Horneburg) im Gespräch mit Linde Apel (Hamburg) zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Oral History (Öffentliche Veranstaltung)

Freitag, 28.2.
10 Uhr Roundtable-Gespräch: Oral History zwischen politischem Impuls, Wissenschaft und Auftragsforschung Almut Leh (Hagen) im Gespräch mit Stefan Müller (Bonn); Ina Czub (Aabenraa); Andreas Keller (Stuttgart); Manfred Grieger (Gifhorn)
12 Uhr Lena Langensiepen (Hamburg): Lebensgeschichtliche Interviews mit Akteur/innen der Hamburger Geschichtswerkstätten-Bewegung
13 – 14 Uhr Pause
14 Uhr Almut Leh (Hagen),Cord Pagenstecher (Berlin): Schöne neue Welt: Oral History und KI
15 Uhr Absprachen/Planung des nächsten Treffens
16 Uhr Ende der Veranstaltung

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Oral History
Podiumsgespräch mit Dorothee Wierling, Alexander von Plato und Linde Apel
 
27. Februar, 18.30 Uhr, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Lesesaal, Beim Schlump 83, 20144 Hamburg

Im Rahmen der Jahrestagung des Netzwerks Oral History laden wir zu einem öffentlichen Podiumsgespräch ein. Mit Dorothee Wierling und Alexander von Plato sitzen zwei der bekanntesten deutschen Oral Historians auf dem Podium, die über langjährige Erfahrungen mit Interviewprojekten zu unterschiedlichen Zeiten, in unterschiedlichen Regimen und Ländern verfügen. Die Leiterin der Werkstatt der Erinnerung, Linde Apel, wird mit ihnen über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Oral History diskutieren. Dabei wird es um die der Oral History zugeschriebenen demokratischen bzw. demokratisierenden Aspekte ebenso gehen wie um die Frage, welche Rolle mündliche Quellen heute in der Geschichtswissenschaft spielen. Denn Oral History wird häufig in den Zusammenhang einer Geschichte von unten gestellt, die den Anspruch vertritt, partizipativ zu sein und die Beforschten dazu zu befähigen, ihre eigene Geschichte zu schreiben. Ob dies tatsächlich ein Anspruch oder nicht viel mehr eine Zuschreibung ist, soll ebenso diskutiert werden wie die Frage, ob gegenwärtig eigentlich gute Zeiten für Oral History sind? Schließlich gilt Oral History als besonders geeignet, sich im Rahmen der Zeitgeschichte mit Brüchen und Katastrophen und ihrer Verarbeitung durch Betroffene zu beschäftigen.