Workshop

Schülerinnen- und Schülerleben im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Workshop, 23.-24. September 2021 (nicht öffentlich)

Eine Veranstaltung der Helmut-Schmidt-Universität (HSU)/ Universität der Bundeswehr Hamburg in Kooperation mit der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH)
organisiert von Carola Groppe (HSU) und Daniel Gerster (FZH)

Schülerinnen und Schüler sind in der historischen Forschung bislang vorwiegend als abstrakte Größe in Erscheinung getreten. Sie firmieren meist als Objekte schulischer und elterlicher Bildungs- und Erziehungsziele und/oder als quantifizierbare Gruppen der Bildungsplanung und -verwaltung. Als eigenständige Akteurinnen und Akteure sind sie bislang von der Geschichtswissenschaft und Historischen Bildungsforschung selten in den Blick genommen worden. Der Workshop möchte sich vor diesem Hintergrund mit der Frage befassen, wie sich Aufwachsen, Alltagsleben und Freizeitverhalten von Schülerinnen und Schülern höherer Schulen im deutschen Sprachraum im 19. und frühen 20. Jahrhundert (bis in die 1930er Jahre) gestalteten und welche Wege ihrer Erforschung es gibt. Das Interesse des Workshops richtet sich grundsätzlich auf sämtliche Aspekte und Beziehungen des Schüler- und Schülerinnenlebens in Schule, Familie und Freizeit. Zu fragen wäre unter anderem: Mit wem verbrachten Schülerinnen und Schüler ihre Zeit innerhalb und außerhalb des Unterrichts? Welche institutionellen, aber auch informellen Zusammenhänge bestanden in der Schule (schulische Aktivitäten und Schul-Vereine, jugendliche Zirkel), aber auch darüber hinaus? Welcher Art von Aktivitäten gingen Schülerinnen und Schüler außerhalb des Schulunterrichts nach? Wo fanden diese statt? In welchem Verhältnis standen sie zu familialen Milieus und Schultypen? Und welche Bedeutung (sofern nachweisbar) hatten die Beziehungen, Vergemeinschaftungen und jugendspezifischen Praktiken in ihrer Sozialisation?

Donnerstag, 23. September 2021

12.00-13.15 Uhr: Auftakt
12.00-12.15 Uhr
Ankunft und Begrüßung
12.15-13.15 Uhr: Keynote
Gerhard Kluchert (Berlin/Wien): Wie war das mit den Schüler*innen? Konzepte, Probleme und Perspektiven ihrer historischen Erforschung

13.15-13.30 Uhr Pause

Schüler*innenleben in (Archiv-)Überlieferungen und Nachlässen
13.30-14.15 Uhr
Maria Hermes-Wladarsch (Bremen): Nachlässe in Bibliotheken als Quellenmaterial. Doris Olbers und Caroline Rudolphi - ein Lehrerin-Schülerin-Verhältnis in Briefen
14.15-15.00 Uhr
Julian Holzapfl (München): Schülerbögen und Notenbücher – Archivische Überlieferung, Quellenkunde, historische Fragestellungen an Beispielen aus dem Staatsarchiv München

15.00-15.30 Uhr Pause

Schulische Schüler*innen-Selbstthematisierungen
15.15-16.00 Uhr
Denise Löwe (Berlin): Subjektkonstruktionen von höheren Schüler*innen in Bildungsgängen und deutschen Abituraufsätzen zwischen 1901 und 1933
16.00-16.45 Uhr
Joachim Scholz (Bochum/Berlin): Frühe deutsche Schülerzeitungen. Selbstthematisierungen von Schülern im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert

16.45-17.00 Uhr Pause

Schüler*innenleben in Ego-Dokumenten
17.00-17.45 Uhr
Daniel Gerster (Hamburg): „Sonst ist es hier ziemlich öde und traurig“. Internatsleben in Schülerbriefen. Das Beispiel der Landesschule Pforta im Deutschen Kaiserreich
17.45-18.30 Uhr
Ulrich Leitner (Innsbruck): Das Schülerleben in Ego-Dokumenten eines katholischen Internats. Forschungsprämissen eines kindheitswissenschaftlichen Zugangs zur Anstaltsgeschichte

Freitag, 24. September 2021

Schüler*innen-Leben und Geschlechtergeschichte
9.00-9.45 Uhr
Li Gerhalter / Waltraud Schütz (Wien): Eifriger Austausch, liebreiche Gaben. Konventionelle Erinnerungsgegenstände in österreichischen und deutschen Mädchenschulen vom 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts
9.45-10.30 Uhr
Elke Kleinau (Köln): Autobiografisches Schreiben und autobiografisches Erzählen – Erinnerungen zweier ehemaliger Schülerinnen an ihre Zeit in einer Lehrerinnenbildungsanstalt (1942 – 1945).
10.30-11.15 Uhr
Pia Schmid (Frankfurt/Halle): Erinnerte Schulerfahrungen 1850 bis 1920. Frauen aus sozialen und politischen Bewegungen in ihren Autobiographien

11.15-11.30 Uhr Pause

Freizeitleben von Schüler*innen
11.30-12.15 Uhr
Carola Groppe / Dennis Mathie (Hamburg): Schülerleben in der Schülerpension – Funktion und Bedeutung einer alternativen Lebensform für höhere Schüler im 19. und frühen 20. Jahrhundert
12.15-13.00 Uhr
Sylvia Wehren (Hildesheim): Alltag und Freizeit im Tagebuch. Gefühlswelten und Gefühlsräume von Schülerinnen und Schülern

13.00-13.45 Uhr Pause

Schüler*innenleben als (fiktives) Abenteuer
13.45-14.30 Uhr
Viktoria Gräbe (Hildesheim): Lernen statt Erleben? Schülerreisen im ausgehenden 19. Jahrhundert im Spiegel von Schulprogrammen
14.30-15.15 Uhr
Miriam Magdalena Schneider (Zürich): Abenteuer als Schule des Lebens: Walter Christmas und die Peder-Most-Rezeption in Dänemark

15.15-16.00 Uhr: Abschlussdiskussion

Tagungsort
Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg
Holstenhofweg 85, 22043 Hamburg

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