Vortrag

Trojanisches Pferd im „Dritten Reich“? Der kommunistische Anwalt Ernst Hegewisch und die Hamburger Wasserwerke

Donnerstag, 2.2.2017, 18.30 Uhr, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg

Vortrag und Diskussion mit David Templin (FZH)

Mitten im Zweiten Weltkrieg stellten die Hamburger Wasserwerke einen Juristen ein, der zuvor mehrere Jahre im Gefängnis und Konzentrationslager gesessen hatte: Ernst Hegewisch (1881-1963), ein kommunistischer Anwalt. Während seiner Haft vollzog Hegewisch eine überraschende Wendung und bekannte sich zum Nationalsozialismus. Bei den Hamburger Wasserwerken stieg er zum engen Berater des nationalsozialistischen Direktors Max Lahts auf. Nach der Befreiung 1945 erklärte Hegewisch, Kommunist geblieben zu sein und sich für Verfolgte eingesetzt zu haben. Er machte sich als Verfechter der Entnazifizierung einen Namen, trat aber auch als Entlastungszeuge im Prozess gegen Lahts auf.

Wie lässt sich Hegewischs oftmals widersprüchlich anmutendes Handeln einordnen und erklären? Der Vortrag wird einen Überblick über Leben und Wirken von Ernst Hegewisch geben. Im Fokus steht dabei seine Rolle im Nationalsozialismus und der Zeit nach 1945, die in David Templins jüngst erschienener Studie über die Hamburger Wasserwerke, „Wasser für die Volksgemeinschaft“ (Dölling und Galitz Verlag), untersucht worden ist.

 

Zurück