Die Revolution 1918/19 in Hamburg
Symposium im Museum für Hamburgische Geschichte, Holstenwall 24, 20355 Hamburg
29. und 30. Juni 2017
 
Die Revolution 1918/19 in Hamburg
Im November 2018 jähren sich zum 100. Mal zentrale Ereignisse der Geschichte des 20. Jahrhunderts: An den Fronten des Ersten Weltkriegs schwiegen die Waffen, der Kaiser und die deutschen Bundesfürsten dankten ab. Soldaten und Arbeiter erzwangen den Beginn der ersten demokratischen Republik in Deutschland. In Hamburg kam es zu Demonstrationen, Straßenkämpfen und heftigen politischen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern des Umbruchs, die auch 1919 anhielten. Zugleich lebten viele Menschen in größter Not. Sie hofften auf eine bessere Zukunft in dieser Zeit des Epochenwechsels. Im Symposium sollen der aktuelle Kenntnisstand zu den Abläufen, Akteuren, Wirkungen und Nachwirkungen der Ereignisse der Jahre 1918/19 in Hamburg sowie anderen norddeutschen Städten und Regionen zusammengeführt und Forschungsaufgaben ermittelt werden. Im Fokus steht dabei die Erhellung eines bislang kaum bekannten Kapitels der Stadtgeschichte, welches in das Gesamtbild des Übergangs vom Kaiserreich zur demokratischen Ordnung der Weimarer Republik in Deutschland eingebettet werden soll.
 
Themenjahr und Ausstellungen
Die Stiftung Historische Museen Hamburg plant zum Themenjahr „Hamburg 1918.1919 – Aufbruch in die Demokratie“ der Hansestadt ein ebenso ambitioniertes wie außergewöhnliches Ausstellungsvorhaben mit einer doppelten Perspektive: Das Museum für Hamburgische Geschichte richtet in seiner Ausstellung „Revolution! Revolution? Hamburg 1918/1919“ (April 2018 bis Februar 2019) die Perspektive auf die Revolution von 1918/19 in Hamburg selbst und die Abläufe auf dem Weg in die erste demokratische Stadtverfassung. Das Museum der Arbeit lenkt mit „Weltweite Produkte – Hamburg zwischen Kolonialismus und Globalisierung“ (September 2018 bis April 2019) den Blick auf das Ende des deutschen Kolonialreiches und die Folgen für den „Kolonialhafen“ Hamburg.
 
Programm
 
Donnerstag, 29.6.2017
 
ab 13.00 Uhr Eintreffen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen, Registrierung
13.30 Uhr Begrüßung
Börries von Notz, Alleinvorstand Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH)
13.40 Uhr Einführung
Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor Museum für Hamburgische Geschichte (SHMH)
14 Uhr Ereignisse und Vergleiche I
Dr. Martin Rackwitz (Kiel): Kiel als Initialort der Revolution 1918. Und was passierte danach an der Förde?
Dr. Stephan Huck (Wilhelmshaven):  „… wie jener verhängnisvolle 8. August 1917 war auch dieser 9. November 1918”. Marinestreiks und Revolution in Wilhelmshaven.
Dr. Jörn Brinkhus (Bremen): Novemberrevolution – Räterepublik – Stacheldraht-Ostern. Die Revolution 1918/19 in Bremen.
Christina Ewald M.A. (Hamburg): Als die rote Fahne am Rathaus wehte. Hamburg zwischen Revolution und Neuordnung.
16.30 Uhr Ereignisse und Vergleiche II
Dr. Ortwin Pelc (Hamburg): Die Revolution im Großraum Hamburg
Julian Freche M.A. (Lübeck) Die Revolution 1918/19 in der Hansestadt Lübeck
Dr. Wolf Karge (Schwerin): Wie die Revolution 1918 den nationalen Konflikt der Thronfolgekrise in Mecklenburg-Strelitz löste
18.30 Uhr Öffentlicher Abendvortrag
Prof. Dr. Alexander Gallus (Chemnitz): Eine fast vergessene Revolution – Die Umbrüche von 1918/19 aus heutiger Sicht (Ohne Anmeldung)
 
Freitag, 30. 6.2017
 
9 Uhr Alltag
Sebastian Merkel M.A. (Hamburg): Wie umgehen mit der „ungeheuren Not”? Mangelwirtschaft, Ernährung und Versorgung in Hamburg 1917-1919
PD Dr. Dirk Hempel (Hamburg): Das kulturelle Leben während der Revolution
Prof. Dr. Sabine Kienitz (Hamburg): Die Abwesenheit der Väter. Alte und neue Familienkonstellationen nach dem Ersten Weltkrieg
11 Uhr Kommunikation
Prof. Dr. Konrad Dussel (Mannheim): Bilder aus revolutionären Zeiten. Die Bildnachrichten der „Berliner Illustrirten Zeitung” 1918/19.
Dr. Olaf Matthes (Hamburg): Bilder der Revolution
Prof. Dr. Klaus Weinhauer (Bielefeld): Lokale Ordnungen: Streiks, Straßenproteste und Gewaltkommunikation in Hamburg (1916-1923).
14 Uhr Beharrung und Aufbruch
Prof. Dr. Rainer Nicolaysen (Hamburg): Demokratische Impulse in Schule, Universität und Erwachsenenbildung
PD Dr. Kirsten Heinsohn (Hamburg): Nach der Revolution. Politische Neuordnung in schwierigen Zeiten
Dr. Christian Lübcke (Tornesch): Revolutionäre oder Reaktionäre? Das IX. Armeekorps und die Hanseatischen Regimenter in einer Zeit der Umwälzungen.
16 Uhr Rezeption
Prof. Dr. Franklin Kopitzsch/Gunnar Zimmermann M.A. (Hamburg): Die Revolution von 1918/19 in Hamburger Selbstzeugnissen
Abschlussdiskussion, moderiert von PD Dr. Knud Andresen (Hamburg)
 
Das Symposium findet statt im Rahmen des Themenjahres der Freien und Hansestadt Hamburg
Kooperationspartner
Stadt Hamburg, Landeszentrale für politische Bildung, FZH – Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Universität Hamburg, VHG – Verein für Hamburgische Geschichte
 
Eine Teilnahmegebühr für den Besuch der Vorträge wird nicht erhoben. Wegen der Platzkapazität ist eine Anmeldung erforderlich bis 25. Juni 2017.
Anmeldung unter: hamburg1918@hamburgmuseum.de

 

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