Lesung und Diskussion

Dienstag, 14.11.2017, 19.00 Uhr

Staats - und Universitätsbibliothek Hamburg, Vortragsraum, 1. Stock, Von-Melle-Park 3, 20146 Hamburg, Eintritt frei

30 Jahre nach Giordanos "Die Zweite Schuld". Herausforderungen für eine kritische Gedächtnisarbeit in der postnationalsozialistischen Gegenwart

In seiner 1987 veröffentlichten Streitschrift „Die Zweite Schuld oder von der Last ein Deutscher zu sein“ konstatierte Ralph Giordano zahlreiche Versäumnisse im deutschen Umgang mit der NS-Vergangenheit und problematisierte deren gesellschaftliche Folgewirkungen. 30 Jahre später haben viele der von Giordano eingeforderten Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus stattgefunden. Angesichts aktueller politischer Entwicklungen – vom NSU-Terror bis hin zur Enttabuisierung rassistischer Diskurse – scheint es gleichwohl geboten, die weithin als Erfolgsgeschichte wahrgenommene bundesdeutsche Aufarbeitung der NS-Vergangenheit auf den Prüfstand zu stellen. In der Veranstaltung werden der Entstehungskontext, die Thesen sowie die Folgewirkungen von Giordanos Buch reflektiert. Ausgehend davon werden Diagnosen hinsichtlich der Verfasstheit der postnationalsozialistischen Gegenwart vorgenommen und Herausforderungen für eine kritische Gedächtnisarbeit diskutiert.

Eine Kooperationsveranstaltung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, der Geschichtswerkstatt Barmbek und der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.

Kontakt: Dr. Susann Lewerenz, Gedenkstätte Neuengamme, susann.lewerenz@bkm.hamburg.de, Tel. 040/ 428 131 536.

Flyer ...

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