Tagung

Vermessungen einer Intellectual History der frühen Bundesrepublik

Tagung am 30.11. und 1.12.2017 in der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Villa Klinkhardt

Veranstalter: Technische Universität Chemnitz, Philosophische Fakultät, Professur Politische Theorie und Ideengeschichte, Projekt: Intellectual History der Bundesrepublik, Prof. Dr. Alexander Gallus
Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH)

Miefige oder aufregende Zeit? Moderne oder antiquierte Denkweisen? Köpfe, Netzwerke und Medien im Mainstream oder in Außenseiterrollen? Die Tagung überblickt die Forschungen zu einer Intellectual History der frühen Bundesrepublik. Dabei überprüft sie das Konzept selbst und diskutiert neuere Ergebnisse und Perspektiven. Intellectual History fragt nicht nach „ewigen“ Ideen, sondern analysiert dynamische Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen Wissensformen und ihre Verknüpfung mit sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Praktiken. Im Zentrum stehen disparate Denk- und Rollenmuster, die intellektuellen Produzenten, Streiter und Diskurse sowie ihre Kommunikations- oderGenerationsnetze. Aufgrund dieser programmatisch interdisziplinären
Ausrichtung sollen auf der Tagung neben Historikern und Politikwissenschaftlern auch Philosophen, Soziologen, Literaturwissenschaftler und Kulturwissenschaftler miteinander ins Gespräch kommen. Es treffen sich namhafte Experten und Nachwuchswissenschaftler, um neue Projekte zu einer intellektuellen Geschichte der jungen Bundesrepublik vorzustellen.
Die Tagung knüpft an Überlegungen im Rahmen des Projekts Intellectual History der Bundesrepublik unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Gallus an der TU Chemnitz an und blickt darüber hinaus auf Forschungsperspektiven dieses Felds.

Um eine Anmeldung zur Tagung wird gebeten bis 29.11.2017 via Email an: sekretariat@saw-leipzig.de

Programm

30.11.2017

14.00 Uhr Alexander Gallus (Chemnitz): Begrüßung und Einführung:
14.15 Uhr Axel Schildt (Hamburg): Keynote: Der Zwang zur Parteinahme. Die Intellektuellen im Frontstaat des Kalten Krieges

15.30 bis 17.00 Uhr
1. Ideologien im politisch-gesellschaftlichen Wandel
Martina Steber (München): Konservatismus in Legitimationsnöten. Westdeutsche Suchbewegungen in den 1950er und frühen 1960er Jahren
Jens Hacke (Halle): Liberalismus jenseits des kaltkriegerischen Konsenskitts
David Bebnowski (Potsdam): Sozialismus als dritte Möglichkeit zwischen Staatsdoktrin und Antikommunismus
Moderation: Thomas Kroll (Jena)

17.30 bis 19.00 Uhr
2. Staatsbegründung und Streitbarkeit
Marcus Llanque (Augsburg): Der Republikanismus der Gründer: die Verfassungsdebatten der ersten Jahre
Friedrich Kießling (Eichstätt): Diskutieren lernen oder die Entdeckung der guten Kontroverse
Michael Dreyer (Jena): Streitbare Demokratie als Weimar-Antidot
Moderation: Dirk van Laak (Leipzig)

1.12.2017
9.00 bis 11.00 Uhr
3. (Geistes-)Wissenschaft zwischen Ideologie und Eigenlogik
Frank Schale (Chemnitz): Die Persistenz staatsrechtlicher Probleme in der Politikwissenschaft: Franz L. Neumann und Karl Loewenstein
Karl-Siegbert Rehberg (Dresden): Soziologen und Psychologen mit Realitätsdrang?
Hendrikje Schauer (Marbach): Geschichtsphilosophische und ästhetische Grundlagenkonflikte: Prüfstein Heine
Jan Eckel (Tübingen): Historiker entdecken die Geschichte der eigenen Zeit
Moderation: Hubertus Buchstein (Greifswald)

11.30 bis 13.30 Uhr
4. Biografien zwischen Erfahrung und Erwartung
Sebastian Liebold (Chemnitz): Medienstar und Kauz? Arnold Bergstraesser in der frühbundesrepublikanischen Öffentlichkeit
Magnus Klaue (Leipzig): Ausgegangene Erwartung. Max Horkheimer in Montagnola
Franziska Meifort (Oldenburg): Ein „Wunderkind der deutschen Soziologie“? Ralf Dahrendorf in den fünfziger Jahren
Roman Yos (Potsdam): „Die Masse - das sind wir“. Jürgen Habermas’ demokratietheoretische Einsatzstelle in der frühen Bundesrepublik
Moderation: Maren Möhring (Leipzig)

14.30 bis 16.00 Uhr
5. Materialität und Organisation intellektueller Öffentlichkeit
Peter Hoeres (Würzburg): Die „Pravda der Bourgeoisie“. Die F.A.Z. als neues konservatives Leitmedium?
Moritz Neuffer (Berlin): Zur Publizistik der Neuen Linken um 1960
Stefan Gerber (Jena): Öffentliche Refugien des Katholizismus in säkularen Zeiten: Herder-Verlag, Publik und Rheinischer Merkur
Moderation: Alexander Gallus (Chemnitz)

16.00 bis 16.30 Uhr Abschlussdiskussion

Kontakt
Philosophische Fakultät
Institut für Politikwissenschaft
Professur Politische Theorie und Ideengeschichte
09107 Chemnitz
E-Mail: theorie@phil.tu-chemnitz.de

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