Forum Zeitgeschichte

Band 30

Sebastian Justke
Ein ehrbarer Kaufmann?
Albert Schäfer, sein Unternehmen und die   Stadt Hamburg 1933-1956

 Forum Zeitgeschichte, Bd. 30

 261 Seiten
 Broschur
 ISBN 13: 978-3-86331-687-7
 24.00 €

 Metropol

 

 

 

 

 


Die Karriere des Unternehmers Albert Schäfer begann im deutschen Kaiserreich, setzte sich fort in der Weimarer Republik, erhielt einen neuen Schub in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur und endete schließlich in der neuen Demokratie der jungen Bundesrepublik. Besonderes Augenmerk verdienen die Jahre von 1933, als Albert Schäfer die Leitung der Phoenix Gummiwerke AG in Harburg übernahm, bis 1956, als der Unternehmer nach zehn Jahren aus dem Amt des Präses der Hamburger Handelskammer schied.

Als Vorstandsvorsitzender war Schäfer verantwortlich für die Firmenpolitik der Phoenix AG, was während der nationalsozialistischen Herrschaft die Umstellung auf Kriegswirtschaft, die „Arisierung“ von Unternehmen, den Einsatz von Zwangsarbeiter:innen sowie die Beteiligung an der Ausbeutungspolitik in den besetzten Gebieten Europas einschloss. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs prägte Schäfer die öffentliche Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in Hamburg mit. Vielfache Ehrungen, die 1956 ihren Höhepunkt in der öffentlichen Inszenierung seines 75. Geburtstags und dem zu diesem Anlass wiederbegründeten Matthiae-Mahl fanden, ließen ihn auch selbst zum Gegenstand der städtischen Erinnerungskultur werden. Das Bild vom Ehrbahren Kaufmann hatte hierin einen zentralen Platz.

Der Nationalsozialismus selbst und seine „zweite Geschichte“ bilden damit den roten Faden des Buchs. Die Studie zur Unternehmerbiografie Albert Schäfers leistet einen Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte des „Dritten Reichs“, der Hamburger Stadtgeschichte sowie zur Erforschung der Erinnerungskultur und Geschichtspolitiken in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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